Neue Wege bei Psoriasis/Schuppenflechte

Die Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch entzündliche Systemerkrankung , bei der eine Fehlregulation des Immunsystems vorliegt. Sie betrifft etwa 2 % der Bevölkerung in Deutschland und kann in jedem Lebensalter auftreten.

Inhalt

Mögliche Ursachen der Psoriasis

Nach heutigem Wissensstand entsteht die Psoriasis durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: einer genetischen Veranlagung, einer Fehlregulation des Immunsystems und verschiedenen äußeren Auslösern.

Die genetische Veranlagung ist nicht das ganze Bild

Viele Menschen mit Psoriasis tragen bestimmte genetische Varianten in sich, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Eine solche Veranlagung bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Erkrankung ausbrechen muss.

Man kann sich das wie bei einem Computer vorstellen: Die Gene bilden die Hardware, mit der wir geboren werden. Wie sich diese Veranlagung im Laufe des Lebens auswirkt, wird jedoch auch durch die „Software“ beeinflusst – also durch Umweltfaktoren, Lebensstil und andere Einflüsse. Die Forschung im Bereich der Epigenetik zeigt, dass solche Faktoren die Aktivität bestimmter Gene beeinflussen können.

Was im Immunsystem passiert

Psoriasis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Dabei gerät das Immunsystem aus dem Gleichgewicht und reagiert übermäßig auf körpereigenes Gewebe.

Eine wichtige Rolle spielen dabei sogenannte T-Helferzellen vom Typ 17 (Th17-Zellen). Sie wandern in die Haut und setzen dort entzündungsfördernde Botenstoffe, sogenannte Zytokine – unter anderem Interleukin-17 (IL-17), Interleukin-23 (IL-23) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α) – frei.

Diese Botenstoffe führen dazu, dass sich die Hautzellen viel schneller als normalerweise erneuern. Während sich gesunde Haut etwa alle vier Wochen regeneriert, geschieht dieser Prozess bei Psoriasis oft innerhalb weniger Tage. Gleichzeitig werden weitere Immunzellen angelockt, wodurch ein chronischer Entzündungskreislauf entsteht.

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Mögliche Trigger der Psoriasis
Psoriasis kann durch innere und äußere Einflüsse ausgelöst oder verstärkt werden.
  • Entzündungsfördernde Ernährung
  • Mikronährstoffmangel.
  • Darmdysbiose
  • Leaky Gut
  • Nahrungsmittelallergien
  • Hormonelle Faktoren
  • Infektionen
  • Arzneimittel
  • Alkohol oder Rauchen
  • Stress
  • Umwelttoxine
Typische Symptome der Psoriasis

Psoriasis zeigt sich meist durch scharf begrenzte, gerötete Hautstellen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Die betroffenen Hautbereiche können stark jucken, spannen oder schmerzhaft sein.

Typischerweise treten die Hautveränderungen an den Streckseiten der Ellenbogen und Knie, auf der Kopfhaut sowie im Bereich des unteren Rückens auf. Grundsätzlich kann jedoch nahezu jede Körperregion betroffen sein.

Nägel und Gelenke können ebenfalls betroffen sein

Psoriasis betrifft nicht nur die Haut. Etwa 50 % der Betroffenen entwickeln Veränderungen an den Nägeln, beispielsweise kleine punktförmige Vertiefungen, die als Tüpfelnägel bezeichnet werden. Auch Verfärbungen, Verdickungen oder ein Ablösen des Nagels können auftreten.

Bei 20 bis 30 % der Betroffenen entwickelt sich im Laufe des Lebens eine Psoriasis-Arthritis. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung, die Schmerzen, Schwellungen und Morgensteifigkeit verursachen kann. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um dauerhafte Gelenkschäden möglichst zu vermeiden

Ganzheitliche Therapieoptionen bei Psoriasis
Ernährung bei Psoriasis
Empfehlenswert ist eine antientzündliche Nährstoffdichte, eine pflanzenbasierte, ausgewogene Kost mit reichlich guten Fetten und hochwertigem Eiweiß. Dazu gehören frische Lebensmittel, viel Gemüse, Salat, frische Kräuter, Sprossen, zuckerarme Obstsorten. Nüsse und Samen versorgen Sie mit gesunden Fetten und Eiweißen, Vitaminen und Mineralstoffen. Komplexe Kohlenhydrate wie  Saatenbrote, Haferflocken, Pseudogetreide wie Quinoa, Hirse. Gute Öle wie Olivenöle oder Leinöl. Ghee oder Kokosöl zum Braten. Hochwertige Eiweiße wie Fisch, Geflügel, Eier, Joghurt und Käse, insbesondere von Schaf und Ziege.
 
Phytotherapeutika bei Psoriasis

Phytotherapeutika wie Kurkuma oder Weihrauch können bei Psoriasis eine weitere sinnvolle ergänzende Maßnahme sein. Sie enthalten entzündungshemmende, antioxidative Inhaltsstoffe, die dazu beitragen können, Juckreiz zu lindern, die Hautbarriere zu unterstützen und Entzündungsprozesse positiv zu beeinflussen.

 
Mikronährstoffe bei Psoriasis

Obwohl Lebensmittel heute jederzeit verfügbar sind, weisen viele Menschen eine suboptimale Versorgung mit einzelnen Mikronährstoffen auf. Einige dieser Nährstoffe spielen eine wichtige Rolle für die normale Funktion des Immunsystems, den Hautstoffwechsel und die Regulation von Entzündungsprozessen. Bei Menschen mit Psoriasis können Defizite einzelner Mikronährstoffe häufiger vorkommen oder den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Besonders relevant sind unter anderem:

  • Omega-3-Fettsäuren – unterstützen die Regulation von Entzündungsprozessen.
  • Vitamin D – trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems.
  • Selen – unterstützt den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.
  • Zink – ist wichtig für Wundheilung, Hautregeneration und die normale Immunfunktion.
  • Mangan – trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
  • Vitamin A und Vitamin E – wirken als Antioxidantien und unterstützen die Gesundheit der Haut.
  • B-Vitamine sind wichtig für den Energiestoffwechsel und die Erneuerung der Haut.

Warum eine Blutuntersuchung sinnvoll ist

Ein gezielter Mikronährstoffstatus im Blut kann dabei helfen, mögliche Defizite zu erkennen und eine individuelle Versorgung zu beurteilen. Ziel ist es, bestehende Mängel gezielt auszugleichen und eine bedarfsgerechte Versorgung mit den für Haut und Immunsystem wichtigen Mikronährstoffen sicherzustellen.

 
 
Gesunder Darm
Neben den Mikronährstoffen ist auch das Mikrobiom von Bedeutung, denn Darmgesundheit und Hautgesundheit hängen über die Damen-Haut-Achse zusammen. Hauterkrankungen sind häufig mit einer Dysbiose – einem Ungleichgewicht der Darmbakterien –  oder einer geschädigten Darmschleimhaut assoziiert. Eine gezielte Darmtherapie kann das Haut- und Darm-Mikrobiom positiv beeinflussen. Und somit auch den Verlauf der Psoriasis.
Neuere Daten deuten darauf hin, dass auch eine probiotische Hautpflege zur Verbesserung des Hautbildes beitragen kann.
 
Eine Mikrobiomuntersuchung im Stuhl  gibt Aufschluss über mögliche Dysbalancen im Darm. Das Ziel sollte eine gesunde Darmbarriere und Darmschleimhaut sowie ein gesundes Mikrobiom sein, da pathogene Keime im Darm toxische Abbauprodukte produzieren können, die über die Darmschleimhaut in unseren Organismus gelangen können. Das hat Auswirkungen auf unseren gesamten Organismus und auch auf die Haut.
 
Nahrungsmittel als Trigger des Immunsystems

Bei manchen Menschen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -sensitivitäten das Immunsystem zusätzlich aktivieren und entzündliche Prozesse fördern. Als mögliche Auslöser werden unter anderem Gluten, Milcheiweiß und Soja diskutiert. Insbesondere bei einer individuellen Unverträglichkeit kann der Verzehr bestimmter Lebensmittel Beschwerden verstärken oder entzündliche Hautprozesse begünstigen.

Wichtig ist jedoch: Nicht jeder Mensch mit Psoriasis reagiert auf diese Lebensmittel. Eine gezielte Abklärung kann helfen, individuelle Trigger zu erkennen und die Ernährung entsprechend anzupassen.

In Kürze

Scharf begrenzte, gerötete Hautstellen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind.

Genetische Veranlagung, Fehlregulation des Immunsystems und weitere innere und äußere Trigger

antientzündliche Ernährung, optimale Versorgung mit Mikronährstoffen, Darmgesundheit, Unverträglichkeiten  meiden

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Autoimmunerkrankungen sind Störungen des Immunsystems, bei denen das körpereigene Abwehrsystem fälschlicherweise gesunde Zellen, Gewebe oder Organe als fremd erkennt und angreift.

Bestimmte Nahrungsmittel können Immunreaktionen provozieren und manchmal zu Autoimmunprozessen führen.

Das „Leaky-Gut“ bezeichnet eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmbarriere, wodurch vermehrt Stoffe aus dem Darminhalt die Darmschleimhaut passieren und  Immunreaktionen und Entzündungsprozesse beeinflussen können.

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